|
1. Niemand ist verpflichtet, einen Traum zu erzählen. Jedem/jeder Teil-nehmerIn steht es frei, je nachdem ob ein Bedürfnis besteht, einen Traum zu berichten 2. Fragen in Bezug auf gefühlsmässig stark besetzte Inhalte oder intime Infor-mationen zum Traum müssen nicht beantwortet werden. Es soll sich jeder/e frei fühlen, was den Inhalt und den Umfang einer Antwort anbetrifft. Der Zweck einer solchen Traumgruppe ist nicht ein therapeutischer, sondern hat zum Ziel, Interpretationen von Träumen zu erproben und zu trainieren. 3. Die Privatsphäre jedes/r Einzelnen soll so gut wie möglich bewahrt werden, was auch das Stellen von unangebrachten Fragen beinhaltet. Jeder/e TeilnehmerIn verpflichtet sich, Träume, die in der Gruppe erzählt werden, nicht nach aussen zu tragen. Alles was in der Gruppe zur Sprache kommt, bleibt auch deren Bestandteil. Die Träume, die besprochen werden dürfen auch nicht mit dem eigenen Partner/der eigenen Partnerin oder dem/der Therapeuten/in ausgetauscht werden. Die Arbeit mit Träumen erfordert viel Vertrauen und Ehrlichkeit und ist deshalb auf einen geschützten Rahmen angewiesen. 4. Schweigen wird nicht als Verschwiegenheit oder Zurückhaltung interpretiert. Wir bemühen uns, dem/der Träumer/in Zeit zu geben, um die treffende, stimmige Antwort zu finden. Wir versuchen auf alle Fälle zu vermeiden, den/die Träumenden/e mit Fragen zu bombardieren. 5. Es ist nicht wichtig, dass alle TeilnehmerInnen einen bestimmten Traum ver-stehen. Wir versuchen lediglich, denjenigen/diejenige, der/die einen Traum bearbeiten möchte, näher an deren Bedeutung hinzuführen, indem wir vorerst Fragen stellen zu den einzelnen Elementen des Traums. Wir versuchen dem/der Betreffenden/e zu helfen herauszufinden, was dieser Traum ihm/ihr mitteilen möchte, welche Botschaft er enthält. 6. Träume, die erzählt und bearbeitet werden möchten, sollten möglichst neueren Datums sein, damit auch der Kontext noch erinnert und abgerufen werden kann. 7. TeilnehmerInnen, die sich in einer anderen als der deutschen Sprache heimisch fühlen, sollen sich nicht scheuen nachzufragen, wenn etwas nicht ganz verstanden worden ist. Wenn wir mit Träumen arbeiten, setzen wir uns intensiv mit der bildhaften Sprache des Traumes, aus welcher auch Redewendungen abgeleitet werden können, auseinander und bedienen uns so der ganzen Fülle unseres Wortschatzes. 8. Träume aus der Schicht des Kollektiven Unbewusstseins, sogenannte „Grosse Träume“ sind zwar faszinierend und imposant, eignen sich aber nicht für die Arbeit in der Traumgruppe. Wenn immer möglich werden Träume bearbeitet, die mit der Alltagsrealität zu tun haben. Die Träume, die erzählt werden sollten auch nicht allzu lang sein, damit der zeitliche Rahmen für dessen Bearbeitung nicht gesprengt wird. 9. Zu Beginn jeder neuen Sitzung wird dem/der Erzähler/in Gelegenheit eingeräumt, auf den Traum, der in der Stunde zuvor bearbeitet worden ist, ein Feedback zu geben. 10. In Anbetracht des Zieles einer solchen Traumgruppe, nehme ich mir das Recht heraus, die Bearbeitung eines Traumes, der besser in einem therapeutischen Setting zur Sprache gebracht wird, abzulehnen. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit der Bearbeitung von Träumen weiss ich, dass es nebst den „Grossen Träumen“ noch andere Träume gibt, die nicht geeignet sind für die Traumarbeit in einer Gruppe. Das Austauschen von Träumen in einer Gruppe ist sehr hilfreich, um die eigenen Träume besser verstehen zu können. Alle Teilnehmenden werden entdecken, wie spannend es ist, der Bedeutung eines Traumes Schritt für Schritt näher zu kommen. Anita Leuthold/ Januar 07 |